Zwischen Feldforschung und Modeberatung


Während überall weiße Sneaker getragen werden und regionale Banken in ihrer Werbung um Nachwuchs öffentlichkeitswirksam das Ende der Krawatte verkünden, habe ich angefangen, mich mit Mode zu beschäftigen.

Nicht mit Mode im eigentlichen Sinn, sondern mit dem, was übrig bleibt, wenn der Trend vorbei ist: Schnitte, Stoffe, Silhouetten. Nicht aus Nostalgie, sondern aus Interesse an Form, Material und Funktion.

Als jemand, der regelmäßig vor der Kamera steht, stellt man sich zwangsläufig die Frage: Was ziehe ich an? Jede Woche, vor jeder neuen Podcast-Aufnahme, dieselbe Überlegung. Irgendwann wurde aus dieser Routine ein Interesse.

Früher habe ich selbst meist Turnschuhe und Kapuzenpullover getragen. Bei Dreharbeiten oder beim Fotografieren war das einfach sinnvoll – bequem, praktisch, unauffällig. Und dann waren sie plötzlich überall: Hoodies und weiße Sneakers, bei Vorständen, CEOs, Universitätsprofessoren. Dieses Phänomen lässt sich als eine Form der kulturellen Aneignung interpretieren, wobei jedoch die kulturelle Dimension fehlt.

Wer meinen Podcast „Randgeschehen“ auf YouTube verfolgt, kann die teilweise lustige Entwicklung meines Kleiderschranks sogar sehen: Auf den Thumbnails. 

Ich hege den Plan, dazu etwas mehr zu schreiben. Einfach weil ich schon immer gerne schreibe. Nicht als Modetipp, eher als Feldforschung.

Zum Einstieg: ein kurzer Artikel über die blaue Workwear-Jacke (Bleu de Travail) – ein Stück französischer Alltagsgeschichte zwischen Werkbank und Zoom-Call.

WENIGER KLEIDUNG. MEHR STRUKTUR.

Der erste Schritt zu einer langlebigen Garderobe.